Widerstand und Verhaftung

Als die Nazis an der Macht sind, werden Juden aus dem öffentlichen Leben gedrängt und schikaniert. Die Chotzens passen sich an, wo es unvermeidlich ist, versuchen dabei aber, sich ihre Würde zu erhalten.

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Kleine Freiheiten

Zwei Bilder aus dem Jahr 1941 zeigen Bubi und seine Frau Lisa vor dem Brandenburger Tor. Noch müssen sie keine Sterne tragen und sind deshalb nicht sofort als Juden zu erkennen. Doch eine der häufigen Ausweiskontrollen wäre gefährlich, ist es ihnen doch seit längerem verboten, das Regierungsviertel zu betreten.
Bubi vor dem Brandenburger Tor
Bubi und Lisa nehmen sich hier eine Freiheit, die ihnen durch die tägliche Ausgrenzung und Demütigung zunehmend verwehrt wird. Auch die anderen Chotzen-Brüder wollen sich der Ungerechtigkeit nicht einfach ergeben und nutzen jede Chance, dem Alltag der Entwürdigungen wenigstens stundenweise zu entkommen. Sie übertreten das Badeverbot, indem sie in abgelegenen Seen schwimmen gehen, unternehmen ausgiebige Radtouren ins Umland und reisen viel - Erich besucht noch 1938 seine Tanten in Ungarn - bis sie sich 1941 endgültig nicht mehr frei bewegen können.

Illegale Aktivitäten und Widerstand

Nach dem Verbot jüdischer Vereine im November 1938 organisieren die Brüder illegale Fuß- und Handballturniere auf einem abgelegenen Gut, das der Jüdischen Gemeinde zur landwirtschaftlichen Ausbildung jugendlicher Juden als Vorbereitung für eine Auswanderung nach Palästina dient. Dennoch ist allen Vieren klar, dass nur aktiver Widerstand einer größeren Zahl von Personen die Verhältnisse ändern könnte. Eppi versucht sofort nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 illegale Schriften der KPD zu verteilen. Als er schon für eine mündliche Kritik am Regime für zwei Wochen in Haft genommen wird, muss er aber mit der Agitation aufhören.
Eppis Brüder finden 1942 über ihre Frauen Kontakt zur jüdisch-kommunistischen Gruppe um Herbert Baum, der sie sich aber - teils durch Zufall, teils auf Eppis Warnung hin - nicht anschließen.
Lisa auf der Straße Unter den Linden
Wenige Tage nach der Entscheidung der Brüder gegen den Beitritt zur Gruppe verübt diese im Mai 1942 einen Brandanschlag auf eine propagandistische Ausstellung. Alle Gruppenmitglieder werden verraten und hingerichtet oder in Konzentrationslagern ermordet.

Mutter Elsa kämpft

Als Bubi und Ulli im Zuge der Vorbereitungen zur Deportation der Berliner Juden verhaftet werden, versucht Mutter Elsa ihre Söhne frei zu bekommen. Insgesamt sechs Mal bettelt sie ihre Söhne und deren Frauen in den kommenden Monaten frei. Auch an der Demonstration in der Rosenstraße Anfang März 1943 nimmt Elsa teil. Tagelang protestieren dort hunderte Menschen, zumeist Frauen, in der Nähe des Alexanderplatzes gegen die Verhaftung jüdischer Zwangsarbeiter und geben auch nicht auf, als Schutzpolizei und SS Maschinengewehre aufstellen.

Eppi taucht unter

Einen anderen Weg geht Eppi. Um nicht gefasst zu werden, taucht er mit Unterstützung seiner Freundin Bozka von Ende Februar bis Mitte April 1943 kurzzeitig unter, wie hunderte andere Juden in Berlin. Aber anders als beispielsweise das befreundete Ehepaar Rewald, das bis Kriegsende von einem Versteck zum anderen ziehen muss und immer mal wieder bei und von den Chotzens versorgt wird, kann Eppi bald zu Mutter Elsa zurück. Durch eine Arbeit bei der Bombenschädenbeseitigung ist er vor einer willkürlichen Verhaftung halbwegs geschützt. Zusätzlich hilft ihm, dass er nicht wie seine Brüder mit einer Jüdin verheiratet ist. Mit viel Glück und dem Mut, sich nicht unterkriegen zu lassen, überlebt er den nationalsozialistischen Völkermord in Berlin.